Berlin…Vegan und anders als erwartet!

Berlin…Vegan und anders als erwartet!

Auf’m Kiez!

Berlin_Blog1Kreuzberg, Alter!  Es ist Abend am Samstag in Berlin und wir haben uns schon wieder nicht angepaßt an die Gepflogenheiten dieses Stadtteils. Menschengrüppchen, Pärchen und Einzelgänger auf der Suche nach der Szene tragen eine offene Bierflasche durch die Straßen. Morgens, mittags, nachts. Ob wir es doch auch mal versuchen sollen, witzeln wir. Vielleicht macht es ja etwas mit uns..?

“Guten Morgen Berlin, du kannst soo hässlich sein, so dreckig und grau” singt Peter Fox in “Schwarz zu Blau”. Stimmt… Irgendwie gefällt es uns am Abend auch besser.

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Viasko, Fräulein Wild und No Milk today

Kreuzberg ist fest in türkischer Hand. “Spaaaagel aus Brandenburg. Kiiilo dreineununnnneunzig” schreit es uns mit Akzent entgegen. “Dreiii füüür zweeeeii“ und „quiiiieetscht noooch“ am nächsten Stand. Zeit zum Kochen haben wir hier nicht. Dafür eine Reservierung im Viasko auf dem Erkelenzdamm 49.

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Kein Zutritt für Pelzträger, es sei denn, ihr habt mehr als zwei Beine, seid lebendig und tragt ihn schon immer“ steht zur Begrüßung auf der Speisekarte :-) .

Viasko_Tempeh_BlogWir erwischen die letzte Portion Salat mit Tempeh. Teilen ist – zumindest beim Essen – nicht Olli’s Stärke. Sorry… Ich möchte auch!

Viasko_Gyros_BlogDann schwebt mein Hauptgang heran: Ein Gyros-Teller (Soja-Gyros, Fladenbrot mit Kräuter”butter”, Krautsalat, Zaziki, Hummus und Oliven). Ich bin eigentlich kein Freund von vegan nachgemachten Fleischgerichten, möchte es aber unbedingt probieren. Und ich werde echt überrascht. Das ‚Vleisch’ ist zart und schmeckt irgendwie nach …. Gyros (liegt aber nicht so schwer im Magen, wie das “Echte”). Ich bin mir sicher, selbst der enthusiastischste Fleischesser würde es nicht bemerken. Es ist echt klasse, samt Krautsalat und Zaziki, gehört aber nicht zu meinen bevorzugten Nahrungsquellen.

Viasko_Gnocchi_BlogOlli hat Gnocchi mit Spargel an Bärlauch-Cashew-Kürbiskern-Pesto, Cocktailtomaten und Frühlingszwiebeln geordert. Das ist schon eher ‘unser Ding’ und sooowas von lecker. Dazu ein kleines Gläschen Weißwein. Das supergute Essen und die schummrige “Kellergewölbeatmosphäre” bleibt uns bis zum nächsten Berlinbesuch ganz sicher in Wiederkommenserinnerung.

Berlin_BlogÜberhaupt sind wir überrascht, wie oft wir dem Wort ‘vegan’ in Berlin begegnen, ohne danach gesucht zu haben. Selbst unsere Gastgeberin (über Airbnb) macht sofort die Fenster auf, als wir gemeinsam die Wohnung betreten und entschuldigt sich mit den Worten: „Mein spanischer Mitbewohner hat wieder Steak gebraten, ich bin seit 12 Jahren Veganerin”. An dieser Stelle: Vielen Dank für die gemütliche Schlafstätte und die vielen Tipps, Fae!

Bei unserer Ankunft haben wir uns auf dem Kiez treiben lassen und in einem kleinen Bistro mit 6 deutschen (= 14 türkische ;) ) Sitzplätzen zwei Teller geräucherte Paprika-Auberginen-Suppe und einen Kichererbsensalat mit Minze (wir lieben Kichererbsen) für unschlagbare 8,50 Euro gegessen. Reichlich und gut war’s auch noch.

FrlWild_BlogAm nächsten Morgen bereitet uns “Fräulein Wild“ das Frühstück zu. Ein ‘Puppenstubencafe’ mit Zuckergirlanden- und Schaukelstuhlatmosphäre in der Dresdner Str. 13. “Das Fräulein bäckt selbst – drinnen gibt’s Kuchen” steht am Eingang. Als mein Blick auf den Käsekuchen (böses Wort) fällt, werde ich kurz, ganz kurz, schwach. Aber zurück zum Frühstück:

FrlWild-Frühstück3_BlogOlli geht aufs Ganze und bestellt das vegane Frühstück mit vier verschiedenen selbstgemachten, herzhaften Brotaufstrichen, einer Konfitüre, frischem Obst, Nüssen, getrockneten Datteln, Oliven und einem Brotkorb. Ich bin heute eher auf süss gepolt und übernehme den Sojajogurt mit Bio-Müsli und frischem Obst (nicht, das mich der Käsekuchen hinterrücks doch noch überfällt ;-) . Dazu einen Sojacappu und einen grünen Tee. Es schmeckt alles einfach hammermäßig. Selbstgemacht ist eben selbstgemacht, besser geht’s nicht!

Berlin-NoMilk_Tafel_BlogNo milk today“ heißt es im veganen Kiezcafè in der Fichtestr. 3. Bevor ein grüner Smoothie, ein Pfefferminztee (auch grün) und ein Apfel-Hafer-Crumble (huch… allet jrün, wa) die Thekenseite wechseln, probieren wir die diversen Stühle und Sessel aus den guten alten Sechzigern aus. Ein Nähmaschinentischchen als Cafétisch – fast zu schade! Und der Apfelcrumble – fast zu lecker, aber nur fast ;) Berlin-NoMilk_Innen_Blog

Schade finden wir, auf unseren Wegen durch die Hauptstadt nicht ein einziges Mal eine original “Baaliner Schnauze” gehört zu haben. Wo sind die Ureinwohner Berlins? Bitte meldet euch…!Berlin_Blog2

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