Mallorcas Märkte… Gemüse, Obst und verlockendes Land – Teil 2

Mallorcas Märkte… Gemüse, Obst und verlockendes Land – Teil 2

Tramuntana Gebirge – Puig Major, Valldemossa & Co

Valldemossa ist leider viel zu kurz gekommen, unmerklich hatten wir uns in der Schönheit der Gegend verloren und damit auch die Zeit. Ein Spaziergang durch den Park und die engen Gassen befahl uns, unbedingt hierher wieder zu kommen. Valldemossa ist ein Künstlerdorf, an jedem Haus finden sich handgefertigte Kacheln mit meist christlichen Motiven und die Gassen sind ausgefüllt mit Topf an Topf stehenden und hängenden blühenden Pflanzen. Sehr eindrucksvoll!

Zu empfehlen ist unbedingt die Fahrt auf Nebenstrecken, die durch kleinere Ortschaften hindurchführen und den ein oder anderen Espressostop fordern. Übrigens kostet der Espresso außerhalb der “Touri-Ecken” meist nur 1 Euro, vielleicht mal 1,30 Euro. Hingegen zahlt man z. B. in Porto Cristo 1,90 Euro für dasselbe Getränk und für einen Cappuccino (der keiner war) sogar unverschämte 3,40 Euro. Echte Abzocke! Auf dem Land sind die Mallorquiner um den Gast im übrigen sehr ehrlich und fröhlich bemüht.

Tramuntana_SchafeFreilaufende Schafe im Tramuntana-Gebirge…

Es nutzt nix, auch wir mußten etwas schlafen. Zum Frühstück gibts Haferbrei mit Früchten und grünen Tee. Rucksack packen und ab gehts über Manacor, Sineu und Inca auf eine kurvenreiche Strecke in Richtung Sóller. Die ersten Kehren bergauf schluckt unser Kleiner mit Bravour,  das in Sichtweite hinter uns fahrende Fahrzeug hänge ich erstmal ab, bis ich merke, dass es sich um die Guardia Civil handelt. Ups… ich schalte mal etwas runter. Olli schüttelt den Kopf. Hmmm… wir sind so früh unterwegs, dass die Straße menschen- und autoleer ist, nur gelegentlich ein Rennradler oder ein paar Schafe sind unterwegs. “Das muss ich doch ausnutzen!” verteidige ich mich. Olli grinst.

Puig Major...

Puig Major…

Soller und Sa Calobra

Eine grandiose Fahrt inmitten des Tramuntana Gebirges, vorbei an unzähligen Orangenbäumen, zwei Seen und dem höchsten Berg der Insel, dem 1.445 m hohen Puig Major – wie sollte der auch sonst heißen? – führt uns nach Sóller. Ein kostenfreier Parkplatz ist schnell gefunden (der frühe Vogel usw. – ihr wisst schon). Wir verspüren Hunger auf ein zweites Frühstück und lassen uns in einem der Cafe’s im Zentrum mit Blick auf die schöne Kirche von Sóller nieder und bestellen Café und Möhrenkuchen – zu einem mal wieder frechen Preis, wie sich bei Bezahlung herausstellt. Aber gut war’s.

Mallorca_OrangenLeckere Orangen überall…
Mallorca_Zitronen
Zitronen ebenfalls…
Port de Soller - StraßenbahnStraßenbahn zum Port de Soller…

Die kurze Straßenbahnfahrt in den alten Waggons zum Hafen von Sóller wollen wir uns nicht entgehen lassen. Zu Fuss ist die Strecke übrigens in fast derselben Zeit zu bewältigen, wie wir auf dem Rückweg später bemerken… 5 Euro pro Strecke und Person war es uns dann doch nicht wert und Bewegung schadet jetzt auch nicht direkt ;-) .

Port de Soller_Gasse

Verträumte Gasse in Port de Soller…
Mallorca_Port de SollerAusblick aus dem Hafen Port de Soller…

Port de Sóller ist auch wieder ein superschönes Fleckchen Erde und Meer. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen oberhalb des Hafens und beobachten, wie immer mehr Touristen eintrudeln und vergessen mal wieder die Zeit. Von jedem der örtlichen Gastwirte wird man beim Herumschlendern auch unverzüglich eingeladen, Platz zu nehmen und die extra für die Touristen überteuerten Speisen und Getränke zu genießen. Wir wollen nur ein alkoholfreies Bier mit Sicht in die Bucht vor unserem Rückmarsch. Bekommen wir auch.

 

Port de Sa CalobraPort de Sa Calobra – Serpentinen pur…

Fahrertausch ist angesagt. Olli möchte auch mal “Rallye”. Dann heißt es jetzt für mich: Landschaft genießen und Magen im Griff behalten ;-) . Wir fahren nach Port de Sa Calobra. Dorthin führt die wohl aufregendste Straße Mallorcas. Auf 4 km Luftlinie wurden 14 km Straße verbaut und es werden 682 Höhenmeter überwunden. Das nächste Mal müssen definitiv Zweiräder her :-)  Die meisten Touristen sind bereits auf dem Rückweg, als wir die Abzweigung “Sa Calobra” nehmen. Unser Spaß bei dem rasanten Auf und Ab wird kurz gebremst. Ein roter Jaguar F-Type R nebst einem Filmteam blockiert die Straße. Sehr schön! Werden wir uns später wohl im Fernsehen anschauen können, jetzt wollen wir zum Meer. Der Ort mit seinen 5 Häusern hat die Sonne schon hinter sich gelassen, das glasklare türkisfarbene Meer pritschelt leise an den Kieselstrand. Olli nimmt ein Video von diesem beruhigenden Szenario auf – für zuhause, wenn die Sehnsucht nach Meer zu groß wird :-) .

Port de Sa Calobra_SonnenuntergangPort de Sa Calobra…

Den Sonnenuntergang wollen wir in der 10 Autominuten entfernten Badebucht von Sa Calobra genießen, mit den Füßen im Wasser. Eine kleine Hütte am Naturstrand ist tatsächlich bewohnt, der Fischer läßt seine 3 Hunde herumtollen und genießt offenbar auch den nahenden Sonnenuntergang über dem Meer, im Hintergrund die gewaltig aufragenden Felsen. Man fragt sich, wie man eigentlich ohne Klettereinlage hierher gelangen konnte. Sehr einsam, sehr naturreich, sehr schön. Ein traumhafter Tag neigt sich zur Dunkelheit, wir greifen den Rückweg an, bis Inca ist dieser noch sehr kurvenreich, dann gehts auf der Schnellstraße in Richtung Bett.

Arta, Cap de se Salines und Vilafranca

Mallorca Arta_ Sant SalvadorArta – Blick von der Wallfahrtskirche Sant Salvador…

Die Stadt Artà mit ihren Kunst- und Schmuckgeschäften und Cafe’s inspiriert zum Stöbern und einfach “laufenlassen” im wahrsten Sinne des Wortes. Wir erklimmen die zahlreichen Stufen zur Wallfahrtskirche Sant Salvador mit ihren Festungsmauern und sehen auf die Stadt und in die nähere wanderbare Umgebung.  Derweil messen sich die anwesenden Mountainbiker unter großem Jubel der Mitfahrer im Treppabfahren. Naja, jeder auf seine Art.

Am letzten Tag steht die Stadt Campos nebst Markt und der äußerste Süden Mallorcas auf dem Plan. Die Nacht war kurz, ein Espresso muss her. Den bekommen wir mitsamt Mini-Muffin für 1 Euro direkt am Eingang zum Zentrum in einer scheinbar kleinen Bar, die sich bei näherem Hinschauen als geräumige Spielhölle mit Automaten und Billardtisch entpuppt. Erwacht betreten wir den Markt, versorgen uns mit Futter für den Tag, erstehen ein hübsches handbemaltes Schälchen als Erinnerung und trödeln über den Antikmarkt, wo von der Roland Kaiser-Langspielplatte über Omas Strickjacke bis zur Johannes-Paul-der II. -Gedächtnistasse alles angeboten wird. Und ich dachte, wir hätten viel Trödel auf dem Dachboden ;-) . Jeder Markt hat seinen eigenen Charakter, mal überwiegt die Gürtel,- Taschen- und Klamottenfraktion, mal das Kunsthandwerk, wirklich im Zentrum steht immer der Gemüse- und Obstmarkt. Aber eines haben alle gemeinsam: Um 14 Uhr ahnt niemand mehr, dass hier gerade ein Markt stattgefunden hat… Siesta halt!

Mallorca_Cap de se SalinesCap de se Salines…

Mallorca_Cap de se Salinas_ Steinturm

Kunstwerke aus Stein…

Diese nutzen wir und fahren zum südlichsten Flecken Mallorcas. Der Leuchtturm am Cap ist leider eingezäunt, jedoch ist das umherliegende Gebiet weiträumig bewanderbar. Etliche Touristen haben sich im “Steinmandlbauen” geübt; einige architektonisch anspruchsvolle Exemplare trotzen dem angriffslustigen Wind. Zwischen den Steinen suchen wir etwas Schutz vor dem Wind, um die Erdbeeren, Tomaten, Teigtaschen etc. nachhaltig zu vernichten. Danach ein Verdauungsspaziergang. Wir amüsieren uns über ein Hochzeitspärchen: Sie mit gelupftem langen, weißen Brautkleid und Sandalen, er im Anzug mit Köfferchen am Arm und Schweißperlen auf der Stirn, stapfen die beiden samt Fototeam an der stürmischen Küste entlang auf der Suche nach dem idealen Plätzchen. Immer wieder bleiben sie stehen, schauen sich um, schütteln den Kopf und gehen weiter. Leider ändert sich weder die Windstärke noch die Schroffheit der Gegend. Wir drücken den beiden die Daumen, dass sie vor Eintritt der Dunkelheit noch einige schöne Aufnahmen in den Kasten bekommen und drehen um.

In unserem mallorquinischen Zuhause lassen wir die Tage Revue passieren. Was hätten wir nicht noch alles machen können!? Viel…, sehr viel! Wandern, auf jeden Fall wandern, sind wir uns einig. Nicht, dass wir nicht genug Fußarbeit geleistet hätten, aber im gesamten Tramuntana Gebirge im Westen wie auch nördlich von Artà im Naturpark der Halbinsel de Llevant lässt es sich sicher gut bergwandern. Wir kramen unsere Reisetaschen hervor. Die langärmeligen Shirts wandern ungetragen zurück in die Tasche. Hätt’ ja auch anders kommen können, das Wetter war auf unserer Seite. So habe ich jetzt ein “Sonnentattoo” im Nacken, als ich mein kinesiologisches Gittertape entferne. Hat auch nicht jeder :-)

Vilafranca_Marktstand

Mallorca_Pepperoni Vilafranca_Dorfmarktladen Mallorca_Knoblauch
 Vilafranca Dorfmarktladen…

Abschiedskater gesellt sich zu uns, als wir die Fahrt Richtung Flughafen aufnehmen. Ein letzter Espressostopp in Vilafranca de Bonany, wo uns ein außerordentlich mit getrockneten Peperoni, Knoblauch und Kürbissen geschmückter Laden einlädt. Wir werden fröhlich mit einer frisch geschnittenen Scheibe saftiger Orange begrüßt,  dann wechseln 2 hausgemachte, mit Kürbismarmelade gefüllte Spezialitäten den Besitzer und wir sitzen wieder im Auto. Die Zeit lässt sich nicht bestechen, wir müssen weiter.

Am Flughafen staunen wir wie bei der Ankunft, wie viele Flieger ankommen und abheben. Und das in der gerade beginnenden Saison. Wir können es verstehen… Nebenan am Check-In stehen wild gekleidete Männer zwischen gefühlten 30 und optischen 60 Jahren mit Strohhüten, Dosenbier und schmalem Gepäck. Die Herren waren wohl woanders als wir…

Im nächsten Blogartikel geht’s um die Vegane Food-Szene Mallorcas…

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