Stadtbummel in München

Stadtbummel in München

Es zieht uns mal wieder nach München. Einfach so. Durch die Stadt bummeln, genügsam treiben lassen. Menschen beobachten. Wir hören hier englisch, dort französisch. Auch asiatische Wörter dringen an unsere Ohren und natürlich bayerische. Ein buntes Treiben in München’s City. Das war schon immer so. Ich besuchte München vor 25 Jahren bereits oft am Wochenende. Damals war allerdings etwas mehr von der bayerischen Gemütlichkeit zu spüren. Mittlerweile ist das Treiben eher von Hektik und Zeitdruck geprägt – und Konsum. Läden wie Pimkie, Orsay, Abercrombie & Fitch und wie sie alle heissen mögen, quellen über vor Menschen auf der Suche nach möglichst billigen oder hippen Klamotten. Wenn man nachfragen würde, wo die Sachen hergestellt werden, könnte wohl niemand auf der Landkarte Bangladesh orten, oder nur die wenigsten. Und der Kleiderschrank ist mit Sicherheit auch nicht nur halbvoll. Hauptsache billig und/oder hipp. Angebot und Nachfrage. Das alte Lied.

Adipositas und XXXXXXL

Beim Konsum von Lebensmitteln ist es gewiss sehr ähnlich. Immer mehr und immer billiger. Je billiger, desto mehr können wir halt verzehren. Zumindest erschließt sich uns dieses Bild optisch. Ich rede nicht von Menschen, die ein paar Pfund über ihrem Wohlfühlgewicht auf den Rippen tragen. Ich rede auch nicht von Männern mit ‘Bierbäuchen’. Ich rede von fetten Menschen. Böse Worte. Ich könnte es auch lateinisch mit adipositas bezeichnen, es bleibt aber dasselbe: 150 kg (oder mehr?) auf der Waage. Wir sehen viele von ihnen. Männer, Frauen, auch Kinder. Die Kleiderindustrie hat dies auch bemerkt. Beim ‘Hirmer’ sind Konfektionsgrößen bis 6 x XL, also XXXXXXL zu haben. HILFE! Wie konnte es soweit kommen?

Ich hatte in den letzten Jahren selbst Übergewicht vorzuweisen und habe seit unserer Ernährungsumstellung vor gut einem Jahr einige Kilo’s geschmissen und passe wieder in alte Sachen der Größe 38. (Ja, ich ziehe auch alte Sachen an, weil sie tadellos in Ordnung sind und ich sie mag :-) ) Ich habe nie zugelassen, dass ich mich mit meinem (Mehr)-Gewicht wohlfühle, habe es auch nie akzeptiert, WEIL ich mich nie damit wohlgefühlt habe. Ich habe es nur toleriert. Ich wusste, es darf nicht mehr werden und ich werde mich davon irgendwann verabschieden. Ich wusste nicht, auf welchem Wege, bin und war kein Freund von Diäten. Für mich war immer klar, dass die Ernährung umzustellen ist, damit sie nachhaltig für Gewicht und Gesundheit funktioniert. Das habe ich – haben wir – jetzt geschafft. Nachhaltig! Es ist ein immerwährendes “Dranbleiben”. Aber es macht Spaß, sich mit Ernährung zu beschäftigen, immer mal wieder an einer anderen Schraube zu drehen und etwas zu verändern und die Veränderungen, den Erfolg zu spüren und zu sehen.

Verantwortung übernehmen oder aufgeben?

Ich vermute, genau das haben diese Menschen verpasst. Sie haben sich in ihr Schicksal ergeben und sehen sich nicht mehr in der Lage die Verantwortung dafür zu übernehmen. Sie sind damit ja auch nicht allein. “Guck mal, der ist ja noch dicker als ich”. Also ist es ja gar nicht soo schlimm. Ich möchte niemanden beleidigen oder mit dem Finger auf ihn zeigen. Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe, die dazu führten. Aber: “Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe”. Es macht mich traurig, solche Menschen zu sehen und es kann mir niemand erzählen, dass er sich mit 150 kg oder mehr wohl fühlt. Das glaube ich schlichtweg nicht.  Seid ihr zu träge, das Gehirn einzuschalten und euch zu fragen, wie es eigentlich so weit kommen konnte? Das wäre der erste Schritt. Der allererste Schritt! Und genau diesen wünsche ich euch da draussen…!

 

1 Kommentar

  1. Stimmt genau! Du nimmst mir die Worte aus dem Mund.
    Mir kann auch niemand erzählen, dass er sich mit so vielen Zuviel-Kilos wohlfühlt.
    Jeder der das behauptet, belügt sich selbst. Wahrscheinlich um sich selbst zu beruhigen und als Ausrede für so manch sehr üppige Mahlzeit, auch mehrmals am Tag.

    Ich war immer schlank, in Kind- und Jugendjahren sogar eher dürr, was aber nicht am wenigen Essen lag. Seit den Geburten meiner Kinder muss ich auch auf mein Gewicht achten, kann nicht mehr so wahllos essen und meinen Essgelüsten nachgeben, wie früher. Schade, aber es ist nunmal so. Auf keinen Fall möchte ich jetzt, wo ich die 50 überschritten habe, fett werden und achte sehr auf mein Äußeres.
    Zahlreiche Komplimente geben mir Recht.

    Ganz liebe Grüße,
    Suse

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