Wildkräuterwanderung – Teil 1

Wildkräuterwanderung – Teil 1

Kapuzinerkresse und unser Weg zur alten Schäferei

Die Kapuzinerkresse mit ihren leicht scharf schmeckenden Blüten ist uns bereits bekannt, wächst direkt vor unserer Haustür und ist nicht nur als Verzierung hübsch. Sie wirkt anregend, antibiotisch, blutreinigend, pilztötend und schleimlösend und wird daher bei Halsentzündung, Bronchitis, Harnwegsinfektionen und Verstopfung als Heilkraut eingesetzt. Warum also nicht prophylaktisch ein paar Blüten in den Smoothie geben oder den Salat verschönern?

Wir sind hungrig auf mehr Kraut. Wir wollen wissen, was alles am Weges- und Waldrand oder im Garten wächst und genießbar ist. Wir wollen wissen, was wir damit anstellen können. Wir wollen mal einen Zaubertrank mischen. Wir sind einfach neugierig und besuchen Sonja Walter in der ‘Alten Schäferei‘.

Oregano, Frauenmantel und Sauerampfer

Oregano_BlogDost – wilder Oregano

Sie zeigt uns z. B. den Dost (wilder Oregano), der einfach so am Wegesrand blüht. Er dient als Gewürz und Heilpflanze zugleich mit einer antiseptischen Wirkung und wird eingesetzt bei Mund- und Rachenentzündungen wie auch bei Appetitlosigkeit, Husten und Verdauungsstörungen. Ist schon toll, was die Natur kann – und schon immer konnte.

Auf einer Wiese kämpfen sich Frauenmantel und Sauerampfer durch das Gras. Frauenmantel ist, wie der Name schon ein bisschen verrät, der hormonellen Herausforderungen der weiblichen Gattung zu Dienste. Aber nicht nur das: Auch bei Schnupfen, Asthma, Herzschwäche, Schlaflosigkeit und vielen anderen Zivilisationsgebrechen verspricht er Linderung. Ein sehr vielseitiges Kraut, aus dem man einen Tee bereiten, es aber auch in einem Smoothie verarbeiten kann.

Frauenmantel_BlogFrauenmantel
Sauerampfer_BlogSauerampfer

Sauerampfer schmeckt tatsächlich … sauer! Angenehm sauer. Allerdings warnt Sonja, dieses Kraut wegen der vorhandenen Oxalsäure nur dezent zu verwenden. Oxalsäure kann z. B. zur Entfernung von Rostflecken verwendet werden, kommt aber in geringer Dosierung in Lebensmitteln vor, z. B. in schwarzem Tee, Rhabarber und eben Sauerampfer.

Giersch, Schachtelhalm und Brennnessel

Sonja hat einen riesigen Wissensfundes. Egal, welche Frage gestellt wird, sie weiss Antwort – und auch Geschichten hinter der Antwort. Wir merken, dass wirklich Praxis dahintersteht. Sie erklärt uns, wie man Giersch erkennt. Ein Kraut, dass wie Spinat verwendet werden kann. Es hat einen dreikantigen Stiel, den man sehr gut erkennt, wenn man den Stiel zwischen den Fingern dreht und das Ende des Stiels ähnelt einem Ziegenfuss. Hier sollte man nur die Blätter essen.

Giersch_BlogGiersch

Beim Schachtelhalm sollte man sehr gut aufpassen. Es gibt giftigen und nicht giftigen, die sich wohl auf den ersten Blick nicht groß unterscheiden. Als blutiger Anfänger lasse ich da erstmal meine Finger von. Es gibt genug von dem, was ich gefahrlos erkenne und ernten kann ;)

Schachtelhalm_BlogSchachtelhalm & Sonja

Brennnessel zum Beispiel. Wobei gefahrlos ernten hier so eine Sache ist. Nicht nur die Blätter, auch die Stängel brennen auf der Haut. Um das zu verhindern, soll man bei der möglichst jungen Pflanze beherzt und schnell zugreifen und die oberen 10 cm abbrechen. Mein Praxistest dazu steht noch aus ;)

Brennnessel_BlogBrennnessel mit Samen

Auf jeden Fall ist die Brennnessel ein alt bewährtes Kraut zur Entschlackung und Entgiftung. Sie enthält einen hohen Anteil an Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe) und Mineralstoffen, wie Magnesium und Kalzium sowie Eisen und ca. 7 x mehr Vitamin C als eine Orange. Eiweißreich ist sie auch noch. Wenn das mal kein Grund ist, ihr aufzulauern.

Sooo… Jetzt liegen sie auf dem Küchentisch, die Brennnesselstängel und du fragst dich, wat nu? Die kann ich doch so nicht essen? Die brennen mir doch meinen Rachen weg…!? Also: Entweder nimmst du ein Nudelholz und walkst die Brennnessel damit gut durch oder du wickelst sie in ein Handtuch und wringst sie ordentlich. Auch kurz blanchieren macht die Nesselhaare unschädlich. Oder einfach in den Mixer stecken, der erledigt das locker für dich! Übrigens kannst du die Samen der Brennnessel auch super mit verwenden!

Weiter geht’s im Wildkräuterspaziergang Teil 2 mit Vogelmiere, Spitzwegerich und Mädesüß – ich muss jetzt nämlich los, Brennnessel pflücken….

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